Jahrgangsübergreifendes Lernen (JÜL)

Jahrgangsübergreifendes Lernen bedeutet, dass Kinder aus mehreren Jahrgängen zusammen in einer „Klassenfamilie“ (Stammgruppe) lernen. Das tun sie übrigens sowieso. Denn auch in einzelnen Jahrgängen schwanken die Lebensalter von Kindern und Jugendlichen um bis zu drei Jahre. Zudem ist der Entwicklungsstand von Kindern und Jugendlichen häufig höchst unterschiedlich und sehr verschieden in den unterschiedlichen Kompetenzbereichen. Wir können also nichts verlieren, nur gewinnen.

Es gibt keine ernstzunehmende Wissenschaft, die dem jahrgangsübergreifenden Lernen (…) widerspricht. Berichte aus der Praxis bestätigen den Nutzen von JÜL.

 

Wesentliche Argumente für JÜL sind:

JüL ist eine Bewegung zur Entwicklung der Schule.

JüL ist eine Bewegung, die aktuell geeignet ist verkrustete schulische Strukturen aufzubrechen.

JÜL leistet einen Beitrag zur Chancengleichheit von Kindern aus unterschiedlichen Herkunftszusammenhängen.

Schulen, die JüL installiert haben, berichten von den erlebten neuen Freiräumen durch die gelebten sozial angemessenen Normen und Werthaltungen.

JüL ermöglicht nach Einschätzung der Praxisberichte besser als Jahrgangsunterricht die Inklusion, jedes Kind als Subjekt anzuerkennen, zu achten und zu fördern.

JÜL erzeugt eine lebendige und friedliche Atmosphäre, wirkt gegen Schulstress. JÜL hat großen Einfluss auf das soziales Miteinander, das Sich-Helfen und Kooperieren.

Die Lerngemeinschaft der Stammgruppe wird als sichere Heimat empfunden.

(Vgl.Arbeitsgebiet Grundschulpädagogik Prof. Dr. Ursula Carle; Dr. Heinz Metzen, Erziehungs- u. Bildungswissenschaften, Fachbereich 12, Universität Bremen)

 

   
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